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Baptistengemeinde

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
Gemeindehaus Baptisten Ilmenau Wir sind eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.


Wir sind evangelisch, weil die gute Nachricht von Jesus Christus (Evangelium) im Mittelpunkt unseres Gemeindelebens steht. Wir haben die gleichen theologischen Wurzeln wie alle evangelischen Kirchen und wissen uns mit allen anderen Christen verbunden.


Wir sind eine Freikirche: Uns ist die freie und persönliche Entscheidung jedes einzelnen für den Glauben an Jesus Christus ein besonderes Anliegen, wir sind also eine Freiwilligkeitskirche. Von Anfang an treten wir für Gewissens- und Glaubensfreiheit ein und befürworten die Trennung von Staat und Kirche. Unsere Haushalte bestreiten wir aus freiwilligen Beiträgen unserer Mitglieder.


Wir sind Gemeinde, weil persönlicher Glaube in der Gemeinschaft mit anderen Christen wächst und durch gegenseitige Hilfe und gemeinsames Tragen vieles leichter wird. Wir wollen Gemeinschaft mit unserem Gott und anderen Menschen leben.


Wir sind Baptisten, das heißt "Täufer", weil wir auf der Grundlage des Evangeliums Menschen, die an Jesus Christus glauben, taufen. Baptisten haben sich von Anfang an für Meinungs- und Religionsfreiheit eingesetzt.


Zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehören rund 85.000 Mitglieder in über 850 Ortsgemeinden. Die Gründung unserer Freikirche in Kontinentaleuropa 1834 geht zurück auf den Hamburger Kaufmann Johann Gerhard Oncken (1800-1884). Im Gemeindeleben wird seither das Ehrenamt betont. Nach baptistischen Verständnis gibt es keine kirchliche Handlung, die ausschließlich Pastoren vorbehalten wäre.


Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) arbeitet mit anderen Kirchen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) zusammen und weiß sich den Kirchen der Reformation, vor allem der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts, verbunden.


Die Gemeinden der Freikirche sind sozial-diakonisch stark engagiert und unterhalten zahlreiche Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Studentenwohnheime und Kindergärten.


Der BEFG gehört zum 1905 gegründeten Baptistischen Weltbund (McLean bei Washington) mit rund 32 Millionen Mitgliedern in 211 Ländern.


Weitere Informationen zum BEFG finden Sie unter www.baptisten.org

Geschichte  Nach Oben


Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten in Ilmenau möchte sich mit den wesentlichen Stationen und Daten während ihrer mehr als 100jährigen Entwicklungsgeschichte vorstellen.

Versammlungsort in Langewiesen (heute Randstraße 26) um 1900
Versammlungsort in Langewiesen (heute Randstraße 26) um 1900

Auf dem europäischen Kontinent wurden die ersten "Gemeinden getaufter Christen", unter der Bezeichnung Baptisten bekannt geworden, in Hamburg und Berlin ab 1834 gegründet. Zu den Gründern zählten bekannte Namen wie J. G. Oncken, J. Köbner und G. W. Lehmann. Durch die Ausbreitung über Bad Hersfeld und Schmalkalden entstand um 1880 eine Zweiggemeinde in Langewiesen und schließlich 1902 in Ilmenau, wie auch in vielen weiteren Orten.

Karl-Zink-Straße 13; 1921-1922 u. 1950-1998
Karl-Zink-Straße 13; 1921-1922 u. 1950-1998

Christen (BfC) zum BUND EVANGELISCH-FREIKIRCHLICHER GEMEINDEN kam es 1942 zur Bildung der selbständigen Gemeinde Ilmenau. Die "Gemeinde Baptisten" war seit 1950 im eigenen Haus in der Karl-Zink-Straße 13 zu finden, die "Brüder-Gemeinde" hatte ihre Unterkunft in der Poststraße. Ende der achtziger Jahre baute die Brüder-Gemeinde ein eigenes Haus in der Güldenen Pforte. Da es jedoch zwischen den beiden Gemeindegruppen Unterschiede in Erkenntnis- und Strukturfragen und eigenständigen Traditionen gab und schließlich durch die wachsenden Gemeinden zur Raumnot kam, waren dieses die Ursachen dafür, dass beide Gemeinden ab 1949/50 getrennte Wege gingen, aber dennoch weiterhin verbunden in Jesus Christus und in dem einen Bund.
Als die Gemeindearbeit der Baptisten in Ilmenau begann, zeigte sich sehr großes Interesse an Gottes Wort, in den Gottesdiensten waren durchschnittlich 100 Besucher, bei Evangelisationen fanden sich bis 250 Gläubige ein.
Im Zeitraum von 1947 bis 1955 konnten 59 Menschen auf das Bekenntnis ihres Glaubens getauft werden.
Hier einige Beispiele für die Anzahl der Mitglieder:
1950 81 Mitglieder       1958 94 Mitglieder
1951 131 1987 38
1952 135 1991 36
1957 105 2005 70
Durch die strukturellen Veränderungen des politischen und wirtschaftlichen Lebens sowie auch natürliche Abgänge waren die statistischen Zahlen großen Schwankungen unterworfen.

Im Gemeindehaus der Baptisten in der Karl-Zink-Straße fanden ab der fünfziger Jahre regelmäßige Jugendfreizeiten statt. Im Anfang war es nur auf Thüringen begrenzt, das dehnte sich dann aber bald auf das gesamte Gebiet der ehemaligen DDR aus. Ebenfalls trafen sich in dem Gemeindehaus Diakonissen aus Ost und West, das war dadurch möglich, weil die Oberin, namens Eva Hertzer, aus Ilmenau stammte.
Das Gemeindehaus der Baptisten-Gemeinde war in all den Jahren stark baufällig geworden, immerhin hatte das Haus ein stattliches Alter von ca. 100 Jahren, es war sanierungsbedürftig. Auch war alles zu eng und zu klein geworden, denn die Gemeinde zählte damals 60 Mitglieder. Täglich fanden Gemeindeveranstaltungen statt. So wurde der Gedanke geboren, dass ein neues Haus gebaut werden solle. Es war der Wunsch der Gemeinde, dass hier eine wesentlich größere Stätte der Hoffnung, des Gebetes und der Begegnung entsteht.

Am 20. Mai 1997 begann unweit des alten Gebäudes, in der Karl-Zink-Straße 25, der Bau des neuen Gemeindehauses. Wir, die Baptisten in Ilmenau, nahmen uns als Leitgedanke den Psalm 127: "Der Herr selbst muß das Haus bauen, sonst arbeiten Bauleute vergeblich." Bereits zum Baubeginn gab es aber Schwierigkeiten, die teils organisatorischer, aber auch bautechnischer Art waren. So geschah es, dass am 9. Juli 1997, kurz nach dem Beginn des Baues, durch Erd- und Ausschachtarbeiten mit dem Bagger in die Wand des benachbarten Gebäudes ein großes Loch gerissen wurde. Für Resignation war kein Platz, eine Gebetsgruppe traf sich regelmäßig jeden Sonntagabend und es war bald zu spüren, dass Gott hat seinen Segen für den Bau schenkte.
Bereits am 17. Juli 1997 gab es die erste große Premiere für das neue Gotteshaus, nämlich der erste Gottesdienst fand auf der Decke über dem Kellergeschoß statt. Hans Walter Geyer, aktives Mitglied der ersten Stunde, hielt diese Andacht. Gott hatte "Ja" zu dem Bau gesagt, wie gut für die Gemeinde und nicht zuletzt für die Stadt Ilmenau.

Umzug Karl-Zink-Straße 13 nach 25
Umzug Karl-Zink-Straße
13 -> 25

Am 3. Januar 1998 fand schließlich der Umzug vom alten Haus, in dem 47 Jahre Gemeindeleben gelebt wurde, in das neue Gemeindehaus statt. Offiziell wurde das neue Haus am 13. und 14. Juni 1998 eingeweiht.
Von der Bundesleitung der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Deutschlands wurde für das Bauvorhaben des Gemeindehauses mit seinen sieben Sozialwohnungen die Bürgschaft für den Bau, speziell in finanzieller Hinsicht, übernommen.
Das Gesamtprojekt hat einen Kostenaufwand von 2,4 Mio DM. Die Finanzierung erfolgt über Kredit sowie Fördermittel des Landes Thüringen. Ein hoher Anteil an Eigenleistungen wurde erbracht. Die Gemeinde selbst trägt bis zum heutigen Tag mit einem erheblichen Spendenanteil zur Tilgung der noch verbliebenen Schulden bei.
Das Amtsblatt der Stadt Ilmenau erwähnte damals den Gemeinde-Neubau als eine der Besonderheiten, die im Jahre 1997 innerhalb der Stadt Ilmenau erbaut wurden.
Pastoren der Gemeinde:
1949 - 1951 F. Tiedemann      1967 - 1972 E. Gottschalk
1952 - 1955 W. Scheffler 1977 - 1984 S. Rosemann
1955 - 1959 W. Truderung 1985 - 1993 B. Rogasch
1959 - 1961 M. Specht 2004 - 2007 M. Rohde
1961 - 1967 L. Voigt seit 2007 Dirk Hochsprung

In der Zeit zwischen 1993 und 2004 war die Gemeinde pastorenlos. Die Dienste wurde zum größten Teil aus den eigenen Reihen abgesichert, zum Aushelfen kamen hin und wieder Gastprediger, die ihren Dienst kostenlos der Gemeinde gegenüber ausübten.
Die Baptisten-Gemeinde wurde in den Jahrzehnten geleitet durch die Gemeindeleiter Hermann Rose, Paul Geyer, Fritz Weber, Theo Winter, Egmont Stürzkober, Achim Granse. Gegenwärtig ist Gabriel Kittler Gemeindeleiter. Zu jeder Zeit gab es eine brüderliche Zusammenarbeit zwischen der Leitung und den Geschwistern.
Partnerschaften mit anderen Gemeinden gab es mit der Gemeinde Rudolstadt von 1973 bis 1977 und der Gemeinde Geretsrieth von 1990 bis 1997.

Im Mai 1992 gab zum ersten Mal eine Zeltkirche in Ilmenau. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Brüdergemeinde und den damaligen Partnergemeinden durchgeführt. Das Wort Gottes fiel auf fruchtbaren Boden, viele Besucher wurden in ihrem Herzen angesprochen und haben sich in der darauffolgenden Zeit den Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden angeschlossen.

In der Woche vom 23. -28. August 2005 fand unter dem Thema "Ruck durch Thüringen 2005" erneut eine Zeltkirche in Gemeinsamkeit mit der Brüdergemeinde Ilmenau statt. Getragen wurde die Zeltevangelisation von der Vereinigung der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Thüringens. Zu den vielfältigen thematisch individuell abgestimmten Vorbereitungen hat Gott "Ja" gesagt. Es ist unser aller Wunsch und Gebetsanliegen, dass die Zeltkirche einen Ruck im Leben vieler Menschen bewirkt.
Wir als kleine Gemeinschaft im Bund der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Deutschlands wünschen uns, dass auch künftig das Evangelium von Jesus Christus in der Stadt, im Land und in der ganzen Welt weiter gesagt wird, so wie es der Apostel Paulus zu seiner Zeit getan hat.
Christa Rausch in Zusammenarbeit mit
Hans Walter Geyer und Achim Granse
im August 2005.
Überarbeitet von Gabriel Kittler im Mai 2009.


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